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Céad míle fáilte

Ein tausendfach herzliches Willkommen in Irland

Wenn Sie Lust auf Irland haben, wer-den Sie sich hier sicher wohlfühlen.

Für uns ist es die Sehnsuchts-Insel, die sehr viel mehr zu bieten hat als nur Grün, Golf und Guinness. Und für Sie?

Man sagt: „entweder man liebt diese Insel oder man kommt nicht wieder“. Andere sagen: „da wollte ich immer schon mal hin“. Und wiederum andere sind überzeugt: „ich komme immer wieder, es ist sozusagen zu meiner Seelenheimat geworden“.

Für all jene ist dieses Magazin gedacht. Wir von der Redaktion sind mit viel Liebe und Engagement dabei, Ihnen nicht nur die bekannten Highlights zu präsentieren, sondern all die anderen Dinge, die so genannten „Hidden Gems“; jene versteckten Besonderheiten, die man eben überall finden kann, wenn man weiß, wo sie sind.

Viel Vergnügen und slán

Jan O. Deiters

Das Online-Magazin für
die irischen Momente

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redaktion@lust-auf-irland.de

Irland für Zuhause

Mit Porträts, Hintergrundbe-richten, Empfehlungen, Ausflügen, Interviews. Historisch wie modern, im Rückblick wie auch aktuell.  Klicken Sie sich bald wieder hierher oder besuchen Sie uns auf Facebook.

Causeway School Museum

Hidden Gem nur wenige Meter neben dem Giant’s Causeway

Was man auf den ersten Blick nicht vermutet, ist ein kleines, aber sehr interessantes Museum nur wenige Schritte vom Parkplatz eines der bekanntesten Naturwunder Irlands entfernt. Ist man eben noch im Getümmel zahlloser staunender Touristen und beeindruckt von der Gestaltungskraft der Natur, eröffnet sich in der Stille des alten Schulgebäudes ein intellektuelles Kapitel Nordirlands: Schule.


Bildung war, ist und bleibt der wichtigste "Rohstoff" zur Gestaltung der Zukunft. 1914 machte sich die Familie MacNaghten daran, ein außergewöhnliches Gebäude errichten zu lassen. In Erinnerung an ihren verstorbenen Vater Lord Edward MacNaghten baute der Architekt Clough Williams-Ellis das fortschrittliche Gebäude. 1915 eingeweiht, verfügte es als erste Schule überhaupt über eine Zentralheizung und es gab Schulessen. Das war purer Luxus und zog die Schüler aus weiter Ferne an. Es war eine Ehre, hier unterrichtet zu werden und dieser Stolz ist auf den alten Fotografien in den Gesichtern abzulesen. Der Schulbetrieb wurde bis 1962 aufrecht erhalten, verfiel in der Zeit danach. Dann kam das Anwesen in den Besitz der NEELB, einer staatlichen Bildungsorganisation, mit der Maßgabe, es wieder für Unterricht zu nutzen. !987 konnte nach umfangreichen Sanierungsarbeiten das Museum eröffnet werden als Ort für erlebnisorientierten Geschichtsunterricht.

Zugegeben, das Museum ist klein. Im Grunde sind es neben dem großzügigen Eingangsflur nur zwei große Klassenräume und der frühere Umkleideraum, von dem heute die Toiletten abgehen. Dennoch weht einem hier Historie um die Nase. Vor allem der Kontrast zwischen dem windigen und von staunenden Touristen überlaufenen Giant's Causway und der Stille des Schulgebäudes macht sich hier bemerkbar.














Was gibt es zu sehen? Ein Klassenraum im viktorianischen Stil des frühen 18. Jahrhunderts. Viele Fotos aus den unterschiedlichen Zeiten der Schule, eine alte Orgel, zahlreiche kleine und größere Relikte aus dem damaligen Unterricht. Dazu gehören ein Original Klassenbuch ebenso wie Kesselofen oder alte Tassen mit Porträts. Dazu eine kleine Kunst-Ausstellung von Rosamunde Praeger, einer Künstlerin, Malerin, Bildhauerin und Schriftstellerin aus dem Nordirischen Holywood. Eine ihrer Plastiken zeigt das Profil von Lord Edward MacNaghten. Die Besucher können Platz nehmen an den unbequemen und engen Holzbänken mit den Tintenfässern und Schreibfedern. Schreibvorlagen liegen bereit, mit denen man die alte Schrift nachmalen kann. Die damaligen Spielgeräte sind auch vorhanden: Jojo, Marmor-Kugeln oder Seile für’s Seilhüpfen. Hier taucht man schon etwas ein in die Vergangenheit, die gar nicht so lange her ist.


Im November 2008 kam ein Geldregen vom Heritage Lottery Fund über das Museum. Fast 100.000 Pfund werden nun dafür eingesetzt, das Haus und die Ausstellung attraktiver zu machen, den öffentlichen Zugang zu vergrößern und sich mehr der Forschung hinzugeben. Noch wichtiger allerdings ist der Bildungsauftrag, der hinter dieser Spende steckt. "Lebendige Geschichte" ist dabei das Stichwort. So werden Unterrichtsprogramme angeboten, die aus dem ganzen Land genutzt werden. Damit lässt sich ein Klassenausflug gut verbinden mit ansonsten oft sehr drögem Geschichtsunterricht.


Dazu kommen Workshops in unterschiedlichen Handwerkstechniken der 1950er Jahre, nicht zuletzt auch für die umliegenden Gemeinden. Das Ziel ist, mit neuen Angeboten auch neue Kursteilnehmer zu bekommen. Ganz nach dem Motto: für's Leben lernen.


Für Touristen ist es eine herrliche Möglichkeit, eine lebendige Geschichtsstunde zu erleben. Und auch für Kinder ist so ein Einblick in die unbequeme Zeit früherer Schulen spannend. Wer also schon mal bei den Giant's Causways ist, sollte sich dieses Kleinod anschauen, bevor man sich wieder zurück in die Jetztzeit stürzt: das Café und die Souveniershops im Besucherzentrum.

Viel Vergnügen dabei.